Was bedeutet die Diagnose ICD-11 6B20.1?

Die Diagnose ICD-11 6B20.1 steht für Zwangsstörung mit wenig oder fehlender Einsicht (engl. Obsessive-compulsive disorder with poor to absent insight).

Weiterlesen:
   • Zwänge: Informationen für Betroffene und Angehörige
   • Zwangsstörungen: Fachinformationen


Was bedeutet ICD-11 6B20.1?

Zwänge

Die medizinischen Diagnosen werden in Arztbriefen, Überweisungs­scheinen, Arbeits­unfähigkeits­bescheinigungen usw. üblicherweise mit einer Abkürzung entsprechend der so genannten Internationalen Klassifikation der Krankheiten (engl. International Classification of Diseases, ICD) benannt.

Die International Classification of Diseases wurde 2018 in ihrer 11. Revision vorgestellt, deswegen die Abkürzung ICD-11.

Das Kapitel 6 der ICD-11 umfasst die seelischen Erkrankungen, wie zum Beispiel Depressionen, Ängste, Zwänge usw.

Der Abschnitt 6B2 enthält die Zwangsstörungen sowie weitere mit Zwängen in Verbindung stehende Krankheitsbilder, wie z.B. die Hypochondrische Störung oder das Pathologische Horten.

Das vierte Zeichen beschreibt den genauen Ausprägungsgrad. Die 0 steht dabei für die so genannte Zwangsstörung.

Die Ziffer nach dem Punkt beschreibt, ob der Betroffen eher von den Zwänge distanziert ist und diese für sich als belastend und eigentlich unnötig erlebt oder ob er die Zwänge als erforderlich und unumgänglich erlebt. Die 1 steht dabei für “wenig oder fehlende Einsicht”.

Die 6B20.1 steht also für:
Zwangsstörung mit wenig oder fehlender Einsicht.


Diagnosekriterien

Weitere Informationen zu den Diagnosekriterien finden Sie im Kapitel Zwangsstörungen: Diagnose nach ICD-11.


ICD-10 versus ICD-11

Im ICD-10 wurde die Diagnose ICD-11 6B20.1 unter der Codierung ICD-10 F42 (Zwangsstörung) geführt.